Pressemitteilung vom 22.04.10 zu den vorgeschlagenen Sparmaßnahmen im Bereich der Bonner Kultur
Theatergemeinde BONN begrüßt vorläufigen Stopp der Festspielhaus-Pläne, fürchtet aber einen Kahlschlag in der Bonner Kulturlandschaft
Der Vorstand der Theatergemeinde BONN e.V. begrüßt die mutige Entscheidung der Bonner Stadtverwaltung und der an der Festspielhaus-Planung beteiligten Unternehmen, den Bau dieses Großprojekts vorläufig nicht weiter zu verfolgen. „Wir halten es jedoch für vollkommen falsch, jetzt den Bereich Jugend, Bildung und Soziales als Alternative zu kulturellen Förderprojekten darzustellen. Gerade in Bonn wurde in den letzten Jahren bewiesen, dass Kultur und Soziales unmittelbar zusammen gehören. Bonn hat in den letzten Jahren eine bundesweit beispielhafte Jugendkultur entwickelt, die nicht durch Sparmaßnahmen bei den Kulturinstitutionen gefährdet werden darf”, erklärte die TG-Vorsitzende Elisabeth Einecke-Klövekorn. „In diesem Zusammenhang ist es geradezu widersinnig, die Zuschüsse für das erfolgreiche Junge Theater Bonn um über 30% zu kürzen.”
Der Vorstand der Theatergemeinde BONN hält es für unverantwortlich, traditionsreiche, beim Publikum beliebte Häuser wie das Euro Theater Central und das Kleine Theater Bad Godesberg durch die komplette Streichung der Zuschüsse zur Aufgabe ihrer für das Bonner Kulturleben unverzichtbaren Tätigkeit zu zwingen. Er protestiert entschieden dagegen, die beiden weit über die Grenzen der Stadt hinaus renommierten Kabaretts Haus der Springmaus und Pantheon, das Contra-Kreis-Theater und das Theater im Ballsaal in ihrer Existenz zu gefährden sowie das renommierte FrauenMuseum, das Künstlerforum, die Klassische Philharmonie, das Haus der Sprache und Literatur und das Bonner Sommerkino in den Haushaltslöchern zu versenken. „Was das Kulturamt in seinen Kürzungsvorschlägen als ‚Begradigung’ bezeichnet, ist ein Kahlschlag, der den kulturellen Bildungsbedürfnissen der Bürger in Bonn und der Region Hohn spricht”, erklärt Einecke-Klövekorn. „Kürzungen sind angesichts der Bonner Haushaltslage fraglos unvermeidlich. Es geht im freien Kulturbereich um knapp 4,7 Millionen Euro, bei denen schon eine eingesparte Million viele nützliche Gewächse endgültig austrocknen würde. Es gibt durchaus Möglichkeiten, den engen Sparspielraum nicht nur destruktiv zu nutzen. Die Stadt sollte schleunigst ein differenziertes Kulturkonzept auf den Weg bringen, das eine kulturelle Verwüstung verhindert. Die DAXe habe ihre Bereitschaft zur Unterstützung vordringlicher Aufgaben ja schon signalisiert. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass man auf soliden Fundamenten nach einer Haushaltskonsolidierung wieder an Leuchttürmen bauen kann.”
Pressemitteilung TG 22.04.10 (68,89 kB)

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