Kulturpolitik/Aktuelles

KULTURKREIS BONN: Kultur braucht Zukunft Zukunft braucht Kultur

In der Theatergemeinde Bonn tagt seit Januar 2011 regelmäßig ein KULTURKREIS, zu dem sich angesichts der politischen Situation 30 Kultur-Unterstützungsvereine zusammengeschlossen haben. Die von diesem Kreis erarbeitete Stellungnahme wurde am 17.3.11 im Gremiensaal der Deutschen Welle der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu den drei Rednern auf dem Podium gehörte Elisabeth Einecke-Klövekorn, Vorsitzende der Theatergemeinde BONN.

B O N N
Musikstadt - Theaterstadt - Museumsstadt - Beethovenstadt

RESOLUTION + MEMORANDUM

KULTURKREIS BONN:

ArtDialog / Bonner Kunstverein / Bürger für Beethoven / est.Spiel.Haus.Freunde / Förderverein Euro Theater Central / Förderverein Junges Theater / Förderverein Kleines Theater / Förderverein Künstlerforum Bonn / Förderverein Stadtbibliothek Bonn / Förderverein StadtMuseum Bonn / Frauenmuseum Bonn / Freunde des Contra-Kreis-Theaters / Freunde junger Musiker KölnBonn / Freunde der Kammerspiele / GEDOK Bonn / Gesellschaft der Freunde des Beethoven Orchesters Bonn / Gesellschaft für Kunst und Gestaltung / Montag-Club für politische und gesellschaftliche Kontakte / MultiKultiChor Bonn / Netzwerk Ludwig van B. / Opernfreunde Bonn / Philharmonischer Chor Bonn / PianoPlus-KonzertKultur-Gesellschaft der Musikfreunde / Richard-Wagner-Verband Bonn-Siegburg / Stiftung Kunst & Kultur / Theatergemeinde Bonn / Verein August Macke Haus Bonn / Verein der Freunde des Kunstmuseums / Verein Literaturhaus Bonn / Verein Schumannhaus
***
Kontaktadressen: Bürger für Beethoven, Kurfürstenallee 2-3, 53177 Bonn
Tel: 0228-366274 / Fax:0228-1847637 /
E-Mail: BfB-Bonn@t-online.de, manfred.jung@buergerfuerbeethoven.de / einecke-kloevekorn@t-online.de / schlottmann@pcv.de

Resolution: Kultur braucht Zukunft – Zukunft braucht Kultur!

Der KULTURKREIS BONN, ein Zusammenschluss von aktuell 30 Bonner Kulturfördervereinen mit mehr als 20.000 Mitgliedern, fordert Rat und Verwaltung auf, die Diskussion über den städtischen Haushalt und über ein mittelfristiges Kulturkonzept für die Stadt und die Region auf eine Basis zu stellen, welche die grundlegenden Fakten offen legt und die Voten der betroffenen Institutionen und der im Kulturbereich professionell und ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern einbezieht.

Der KULTURKREIS lässt sich in seiner Argumentation von drei Überlegungen leiten:
1. Wir wissen, dass die Finanzsituation es erfordert, den städtischen Haushalt zu konsolidieren.
Aber es darf keine überproportionalen Kürzungen für die Kultur geben.
2. Wir erwarten, dass alle Sparvorschläge mit Kulturexperten und mit den Betroffenen erörtert werden, bevor Verwaltung und Politik sich festlegen.
3. Wir fordern, dass neben den Kulturausgaben im städtischen Haushalt auch die Einnahmen und Vorteile offen gelegt werden, die das Kulturangebot für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger mit sich bringt.

Eine realistische Haushaltsstrategie umfasst selbstverständlich

Bonn ist eine lebendige und kreative Stadt...
Bonn lebt von der Vielfalt der künstlerischen Aktivitäten in den Bereichen Musik, Theater, Oper, Museen und Ausstellungen, Kabarett, Film, Literatur und Bibliotheken sowie von dem herausragenden
Angebot der städtischen und der freien Träger für Familien, Kinder und Jugendliche. Die nachhaltige kulturelle Bildung breiter Bevölkerungsschichten unterschiedlicher Generationen und Herkünfte ist nur zu leisten, wenn kompetente und professionelle Künstlerinnen und Künstler hier dauerhaft produzieren und arbeiten können und kreative Kompetenzen gepflegt werden. Die vorhandene Struktur und ihre Qualitäten gilt es im Blick auf ihre kulturellen, sozialen und urbanen Funktionen und ihr Innovationspotenzial zu erhalten.

Der Haushalt der Stadt Bonn hat ein Gesamtvolumen von über 1 Milliarde €. Daran gemessen bietet der Kulturhaushalt mit 58,6 Mio € ( rd. 6% des Gesamtetats ) keine Verfügungsmasse, aus der ein überproportionaler Beitrag zur Haushaltskonsolidierung geschöpft werden kann.

Für die Zukunftsfähigkeit Bonns steht allerdings viel auf dem Spiel, denn:
Kulturausgaben sind Investitionen in ...

Kulturausgaben sind auch Investitionen in die ...

Fazit:
Es ist daher völlig falsch, einen Gegensatz zwischen kulturellen und sozialen Aufgaben zu konstruieren; sie bedingen und ergänzen sich gegenseitig. Wer einseitig bei der Kultur kürzt, schwächt das gesamte Bildungsangebot, schadet der Kinder- und Jugendarbeit und beschädigt das soziale Zusammenleben in unserer Stadt.

Weitere überproportionale Kürzungen im Kulturetat schaden unserer Stadt und bringen keinen Gewinn. – Im Gegenteil: Sie beeinträchtigen nicht nur die Qualität und Relevanz der einzelnen Einrichtungen sowie Traditionen und innovative Potenziale. Sie strafen das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Mitwirkender mit Missachtung. Sie führen zwangläufig zu rückläufigen Besucherzahlen und geringeren privaten Investitionen in kulturelle Aktivitäten. Sie schmälern in deren Konsequenz den wirtschaftlichen Ertrag für das Gemeinwesen und das Steueraufkommen der Stadt. Sie vertreiben Investoren, Sponsoren und Kapital in konkurrierende Regionen – zum Nachteil der Bonner Bürgerinnen und Bürger.

Rat und Verwaltung der Stadt sind daher gefordert, sich überzeugend dazu zu bekennen, dass Investitionen in die Kultur zugleich Investitionen in die Zukunft unserer Stadt und ihrer Infrastruktur sind.


application/msword  Kulturkreis, 17.03.11 (63,50 kB)
 Anzeigen   Speichern


Seite empfehlen

Mitgliederbereich

Ihre E-Mail Adresse:

Passwort:

Zugangsdaten beantragen

Passwort vergessen