Opernfahrten
der Theatergemeinde Bonn 2011/2012
in Zusammenarbeit mit den Opernfreunden Bonn und dem Richard Wagner Verband Bonn
Hiermit stellen wir Ihnen unsere geplanten Fahrten zu auswärtigen Spielstätten im Bereich Oper/Ballett vor. Wir hoffen, mit der Mischung aus bekannten und etwas unbekannteren und/oder selten gespielten Werken Ihren Geschmack zu treffen und freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme Ihrerseits.
Alle Fahrten können einzeln gebucht werden.
| Opernfahrten 2011/2012 | Mitgliederpreis | Gästepreis |
|---|---|---|
| Die Frau ohne Schatten, Düsseldorf, 29.04.12 | 47,00 € bestellen | 51,00 € bestellen |
| Carmen/Boléro, Essen, 13.05.12 | 46,00 € bestellen | 50,00 € bestellen |
| Lohengrin, Koblenz, 10.06.12 | 45,00 € bestellen | 49,00 € bestellen |
Im folgenden detaillierte Informationen zu den einzelnen Inszenierungen:
Francesco Cilea: Adriana Lecouvreur
Oper Frankfurt, 25.03.12: Termin entfällt!
Richard Strauss: Die Frau ohne Schatten
Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf, 29.04.12, 13.00 h
47,00 ; Gäste 51,00 Seinen Schatten herzugeben, das bedeutet im Märchen stets Unheil. Solches beschwört die Färberfrau herauf, die bereit ist, ihren Schatten gegen ein genussvolleres Leben als das an der Seite des armen Färbers einzutauschen. Dieser Schatten ist das Symbol ihrer Fruchtbarkeit, die sie preisgibt, damit eine andere, die Kaiserin, von ihrer Kinderlosigkeit geheilt wird. Doch das Geschäft will nicht glücken. Die Färberin erkennt, dass durch den leichtfertigen Handel ihr Leben zu zerbrechen droht, und die Kaiserin wird von quälenden Gewissensbissen geplagt. Beide müssen lernen, ihren egoistischen Wünschen abzusagen und sich zu überwinden, um das Lebensglück anderer nicht zu zerstören.
Ein Zaubermärchen hatte es sein sollen, ähnlich wie Die Zauberflöte - „aber viel bedeutender und tiefer” schrieb Richard Strauss über seine erneute Zusammenarbeit mit Hugo von Hofmannsthal, mit der beide Künstler 1911 an den großen Erfolg des Rosenkavaliers anknüpfen wollten. Doch die Arbeit wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges erschwert, der das als Menschheitsparabel und Zukunftsvision entworfene Märchen überschattete. Als es schließlich 1919 in Wien zur Premiere kam, stellte es sich als ein Monumentalwerk der Opernge-schichte dar, dessen künstlerische Realisierung auch heute noch höchste Ansprüche stellt. Die Produktion der Düsseldorfer Oper begeisterte Fachpresse und Publikum gleichermaßen.
Ben van Cauwenbergh: Carmen/Boléro
Aalto Theater Essen, 13.05.12, 16.00 h
46,00 ; Gäste 50,00 Carmen/Boléro ist nach La vie en rose und Tanzhommage an Queen die dritte choreographische Arbeit des Ballettdirektors Ben van Cauwenbergh für seine Compagnie. Zur Musik von Georges Bizet, Wolfgang Rihm und Maurice Ravel erzählt er die Geschichte der Carmen mit völlig neuer Wendung.
Kaum eine Opernfigur ist so mythenumrankt und so populär wie Carmen, die Titelheldin der gleichnamigen, 1875 uraufgeführten Oper von Georges Bizet. Der französische Komponist sowie seine Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy schufen mit der spanischen Zigeunerin nach der literarischen Vorlage von Prosper Mérimée einen Archetypus der femme fatale: Carmens erotische Aura, ihr unzähmbarer Freiheitsdrang und ihre Kompromisslosigkeit machen sie zu einer Außenseite-rin in einem gesellschaftlichen Kontext, der nur männliche Macht- und Besitzansprüche zulässt. Nicht Carmen scheitert an der sozialen Realität, die Realität scheitert an Carmen. Mit der Präzision eines Uhrwerks läuft die Tragödie zu jener sinnlich-südlichen Musik ab, die der deutsche Kunsthistoriker Oscar Bie als „dionysisches Wunder” bezeichnete.
Ben van Cauwenbergh konzentriert sich in seiner von eleganter Neoklassik und expressiver Moderne geprägten Tanzversion auf die Protagonisten des Geschehens: Der Soldat José verliebt sich leidenschaftlich in die Andalusierin und gibt seine bürgerliche Existenz auf, um ihr nahe zu sein. Weder sein Vorgesetzter Zuniga noch seine Jugendgefährtin Micaëla können ihn davon abhalten, sich auf das zwielichtige Milieu um den Schankwirt Lillas Pastia einzulassen. Als Carmen José zugun-sten des Toreros Escamillo verlässt, nimmt das Drama seinen Lauf: José ersticht die Geliebte.
Doch damit ist in diesem Ballettabend die Geschichte noch nicht zu Ende: Zu Wolfgang Rihms Orchesterstück Das Lesen der Schrift, die zu Maurice Ravels Boléro überleitet, vollzieht sich eine Begräbniszeremonie. Wie in einem rückwärts laufen-den Film erscheint José wieder und zieht die Mordwaffe aus Carmens Leib heraus. Sie erwacht zu neuem Leben
Richard Wagner: Lohengrin
Stadttheater Koblenz, 10.06.12, 16.00 h
45,00; Gäste 49,00König Heinrich will ein Heer für den Krieg gegen Ungarn zusammenstellen. Doch in Brabant muss er zunächst einen lokalen Streit schlichten: Elsa und Gottfried, die Kinder des verstorbenen Herzogs, wuchsen bis vor kurzem gemeinsam bei Telra-mund auf. Doch gerade der beschuldigt Elsa, die ihm zur Frau versprochen war, des Mordes an ihrem verschwundenen Bru-der. Tatsächlich aber hat Ortrud, die nun Telramunds Frau wurde, Gottfried in einen Schwan verzaubert. König Heinrich befiehlt ein Gottesgericht, bei dem Elsa von einem Fremden vertreten werden soll, den sie zuvor im Traum gesehen hat. Der Fremde - Lohengrin - erscheint tatsächlich, von einem Schwan den Fluss heraufgezogen. Lohengrin gewinnt das Duell, lässt Telramund am Leben und vermählt sich mit Elsa unter der Bedingung, dass sie nie „nach Nam und Art” fragen dürfe. Im Brautgemach steigert sich Elsa allerdings durch Ortruds ausgiebig gestreute Zweifel in einen Wahn, der sie dazu hinreisst, die verbotene Frage zu stellen. Plötzlich dringt Telramund ein, um sich zu rächen, wird diesmal aber von Lohengrin getötet. Lohengrin muss nun im Beisein von König und Volk seine Herkunft aufdecken und das Land verlassen. Doch sein Abschied löst die Rückwandlung Gottfrieds aus, der nun durch Lohengrins Schwert zum Herzog von Brabant ernannt wird. Ortrud verkraftet nicht ihren Machtverlust und Elsa nicht den Abschied von Lohengrin: Beide sterben.


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