Kinder-, Jugend-, Schultheater-Beirat
in der
Theatergemeinde BONN,
Bonner Talweg 10, 53113 Bonn
Leiterin: Dr. Karin Ladenburger
Beratung und Stücksichtung nur nach Absprache mit dem Jugendreferat,
Tel. 0228-91 50 30 oder 91 50 335 oder per e-mail: claudia.lueth@tg-bonn.de
Es muss nicht immer Shakespeare sein!?
Wenn Sie…
…Lust auf moderne Autorinnen und Autoren haben
…ein brandaktuelles Thema auf die Bühne bringen wollen
…nicht Schauspieler für bestimmte Rollen suchen, sondern Rollen für bestimmte Gruppen…
…dann sind Sie bei der Theatergemeinde BONN gut aufgehoben, denn:
Seit vielen Jahren besteht unter ihrem Dach der Kinder-, Jugend- und Schultheater-Beirat, der Theaterstücke für Sie auswählt, liest und diskutiert:
neue Texte und Neubearbeitungen,
ernste und lustige Stücke,
tiefsinnige und unsinnige,
politische und pädagogische,
einfache und komplizierte Texte,
Märchen, Fantasy und Science Fiction,
für Große und Kleine.
Für jedes Stück wird ein „Gutachten” verfasst, dem verschiedene Beurteilungskriterien zugrunde liegen wie Inhalt und Sprache, Dramaturgie und pädagogischer Ansatz. Zudem erfahren Sie, ob das ausgewählte Stück Musik vorsieht/braucht, einen großen technischen Aufwand erfordert oder dramaturgisch/inhaltlich bearbeitet werden sollte. Auch die Zielgruppe wird benannt.
In der jetzt im Internet zugänglichen Version der Datenbank (siehe Excel-Datei unten) können Sie einen Ausschnitt aus unserer Datenbank einsehen und nach den üblichen Excel-Methoden recherchieren. Die vollständigen Gutachten, die natürlich subjektiv sind, weshalb es auch in der Regel jeweils zwei für jedes Stück gibt, sowie die Stücke selbst können Sie nach Absprache in unserer Bibliothek einsehen und ausleihen. Auch alle Texte, die wir gelesen haben, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht für eine Aufführung von Schülern geeignet halten, sind in der hausinternen Datenbank einzusehen. So können Sie beispielsweise, wenn Sie ein Stück eines bestimmten Autors suchen, das hier gelesen wurde, nachsehen, warum wir es für nicht empfehlenswert halten.
Zur Excel-Tabelle "Informationen für Spielleiter":
Die Datei ist nach dem Erscheinungsjahr der Stücke und nach den Titeln sortiert. In den Spalten "Klasse" und "Musikbegleitung" steht der Wert "0" für "Nein und der Wert "1" für "Ja".
Der Beirat besteht aus ehrenamtlich tätigen Lehrerinnen, Mitgliedern unserer Schultheater-Festival-Jury und Germanistinnen.
Aktuelles aus der Arbeit des Beirats
Empfehlung für Spielleiter:
Liebe Spielleiter!
Dramatisierungen von Bilder – oder Jugendbüchern sind für das Kinder- und Schultheater eher die Regel als die Ausnahme. Gelungene Beispiele können wir hier in Bonn regelmäßig im Jungen Theater bewundern. Dort konnten die Theaterbesucher auch schon bald die Erfolgstücke von Cornelia Funke auf der Bühne sehen. Cornelia Funke ist nicht nur eine erfolgreiche, sie ist auch eine sehr fleißige Autorin, mit einem eigenen, unverwechselbaren Stil. Das Wechseln zwischen den Welten mit deutlichen pädagogischen und moralischen Wertungen findet sich durchwegs in ihrem Werken.
Nun haben wir in unserer Bibliothek zwei neue Texte von ihr, je eine Adaptation von „Reckless, das steinerne Fleisch” für ältere Schüler und von „Käpt`n Knitterbart und seine Bande” für zwei (!) Grundschüler.
In unserer Runde waren wir durchaus uneins über den Sinn, zwei Grundschulkinder ein ganzes Stück spielen zu lassen. Dabei finden wir die Idee, dass zwei kleine Kinder sich unter einen Tisch setzen und sich Abenteuer einer Seefahrt ausdenken, durchaus sehr kindgerecht und auch die Umsetzung gelungen. Vielleicht könnte man einige der Figuren, die den beiden Seefahrern in ihrer Phantaise begegnen, auch wirklich auftreten lassen, dann wären Spiel und Text besser verteilt. Oder man überlässt es an spielfreudige und neugierige Kinder in einer Schule mit Nachmittagsangeboten ganz ohne Ansprüche an eine perfekte Aufführung und kann so nebenbei die Freude am Theaterspielen mit einfachen Mitteln aufbauen?
Auch zu „Reckless” kann man geteilter Meinung sein, darin sind sich schon die Buchkritiker einig gewesen. Das Buch bildet den Anfang einer geplanten Trilogie, entsprechend der „Tintenherz”-Trilogie. Die Ideen des Stückes sind eine Mischung aus Elementen verschiedener Märchen der Grimm’schen Sammlung, die Idee der Versteinerung nach einer Berührung mit einem „Goyl” erinnert wiederum an die anrührende Kinderoper „Hilfe, Hilfe, die Globolinks” von Menotti, bei der Kinder nach Berührung mit den Globolinks versteinern und diese Gefahr nur durch Musikmachen abgewehrt werden kann. Auch in diesem Stück konfrontiert Funke wieder eine reale Welt mit der Welt „hinter dem Spiegel”, auch hier wird abgrundtief Böses durch Mitleid und (Edel-)mut bekämpft – ob besiegt, bleibt offen. Da Funke zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren zählt, könnte eine Aufführung für manche Gruppen eine reizvolle Aufgabe sein.
Informationen für die Spielleiter (265,50 kB)

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